Architektur: Neues Berlin
Die Wiedervereinigung im Oktober 1990 bescherte der Stadt einen ungeheuren Bauboom. Auf die riesigen Brachflächen mitten im Zentrum als Resultat von Krieg und Teilung stürzten sich nun Planer, Investoren und Architekten aus aller Welt (wie Potsdamer Platz). Innerhalb der vorhandenen Stadträume wurden bestehende Baulücken geschlossen, völlig neu konzipiert oder Zerstörtes rekonstruiert (z.B. Friedrichstraße, Pariser Platz). Alleine in der Innenstadt zählte man 1995 über 900 Baustellen. Weitere Beispiele des Neuen Berlins sind die großen Einkaufstempel am Alexanderplatz, der Glasriegel des Neuen Kranzlerecks oder das Hochhaus Zoofenster in der City West.

Tipp: Das riesige Berliner Stadtmodell des Senats für Stadtentwicklung zeigt den hohen Anteil an Neubauten in der Berliner Innenstadt seit 1990 in Relation zum älteren Baubestand. Außerdem gibt es weitere Modelle wie das Ostberliner Zentrum zu DDR-Zeiten sowie Informationen zukünftiger Vorhaben. Mo-Sa 10-18, kostenfrei.
Potsdamer Platz - die "neue Mitte" Berlins

Der aus dem Rausch der Gründerzeit entstandene Potsdamer Platz als Inbegriff des hektischen Großstadtlebens mit der ersten Ampel Europas war vollkommen kriegszerstört und als große Wüste mit Todesstreifen zwischen Ost und West zurückgelassen worden. Nach 1990 entstand hier ein neues Stadtzentrum mit Bürohochhäusern, Wohnungen, Hotels, Restaurants, Film- und Fernsehmuseum, Kinokomplexe und 3D-Imax, Musical Theater und Spielcasino sowie unterirdische Bahnhöfe und Straßentunnel. Faszinierend ist u.a. die riesige Dachkonstruktion des futuristisch anmutenden Sony Centers von Helmut Jahn aus Stahl, Textil und Glas.
Tipp: Panorama Punkt auf dem mittleren der 3 Hochhäuser am Potsdamer Platz mit Aussichtsplattform und Café. Von dort oben sieht das Gelände aus wie ein Architekturmodell.
Das Regierungsviertel – moderne Architektur aus viel Glas und Beton

Das neue Regierungsviertel entstand ebenfalls dort, wo die Narben der Geschichte noch bis zum Mauerfall deutlich spürbar waren: auf einer brachliegenden Steppe mitten im Zentrum und in Reichstagsnähe. Die neuen Regierungsgebäude inklusive dem Bundeskanzleramt von Axel Schultes und Charlotte Frank liegen in einem Ost-West-Band, welches über den ehemaligen Todesstreifen führt und mit einer doppelten Brücke das „Band des Bundes“ symbolisiert. Größter Magnet und Wahrzeichen des neuen Regierungsviertels ist die öffentlich begehbare Hightech-Glaskuppel von Norman Foster auf dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des Deutschen Bundestages.
Friedrichstraße – neu erwacht im schicken Glanz

Neben vielen Neubauten in der historischen Innenstadt wurden alleine in der Friedrichstraße über 2,6 Mrd. Euro investiert. Jeder Quadratmeter der legendären „Saufstraße“ aus den wilden 20er Jahren, zu DDR-Zeiten erst spät und mit vielen Freiflächen bebaut, wurde mit schicken Geschäften, Autosalons, teuren Wohnungen und Bürohäusern veredelt. Hervorzuheben sind die drei Blöcke der Friedrichstadtpassagen (Q 205-207) mit einer unterirdischen luxuriösen Fußgängerzone. Sie beginnt mit dem Edelkaufhaus Galeries Lafayette, in dessen Inneren sich ein faszinierender Blick in einen riesigen gläsernen Kegel und Trichter ergibt. Das eleganteste Shopping-Areal ist Q 206 – eine Art-Déco-Welt aus Marmor, Glas und Stahl.
Berlin Morgen

Im Jahre 2014 wird der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg (Willy-Brandt) eröffnet und die bis dahin bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld geschlossen. Die Großbaustelle im
Südosten Berlins nahe Schönefeld kann besichtigt werden: Flughafen
BBI-Tower.
Im gleichen Jahr wird der riesige Komplex der neuen BND-Zentrale an der Chausseestraße fertiggestellt werden. Sie wird einen Besucherzentrum beeinhalten.
Bis dahin wird der Umbau und Modernisierung der City West abgeschlossen sein.
Berlin Übermorgen

Wenige Jahre später wird das zerstörte Berliner Stadtschloss in Form seiner barocken Fassaden als Humboldt-Forum mit Museen und Veranstaltungsräumen eröffnet. Hier wird auch die zukünftige U-Bahnlinie vorbeiführen, die in Anfängen bereits fertiggestellt ist und heute als Kurzstrecke U55 vom Hauptbahnhof bis Brandenburger Tor mit eleganten Bahnhöfen führt.
