Berlin im Wandel
Industrielle Revolution und Gründerzeit
Obwohl die bauliche Entwicklung der Stadt über 770 Jahre umfasst, wird der Stadtraum mit seinen Straßenzügen und Bauten hauptsächlich durch das 19.Jh. geprägt. Seitdem hat sich das Stadtbild mit beinahe jeder Generation gewandelt. Nachdem das königlich barocke Berlin im Preußischen Klassizismus von Schinkel aufgegangen war, veränderte die Industrielle Revolution mit ihren großen Fabriken, Bahnhöfen, Verwaltungs- und Geschäftsbauten, Kirchen und Kaufhäusern grundlegend das Aussehen der Stadt. Zur Jahrhundertwende war Berlin die größte Mietskasernenstadt (Wedding, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln) der Welt. Gleichzeitig gab es nirgendwo so große Villengebiete (Grunewald, Zehlendorf) wie hier.
| Hinterhof in "Mietskaserne" |
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Riehmers Hofgarten (Kreuzberg) |
Industriebau in Oberschöneweide (Treptow) |
Klassische Moderne und Avantgarde
Die 20er Jahre waren geprägt von avantgardistischer Architektur und der klassischen Moderne mit mehr "Luft, Licht und Sonne" als Antwort auf die katastrophalen Wohnverhältnisse der Arbeiter. Eintrag in das Welterbe der UNESCO fanden 6 Siedlungen der Klassischen Moderne wie die Hufeisensiedlung in Britz (Neukölln) oder die Weiße Stadt (Reinickendorf).
| "Tuschkastensiedlung" (Treptow-Köpenick) |
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Funkturm (Charlottenburg) |
Shellhaus (Tiergarten |
Nationalsozialismus
Die Nationalsozialisten hinterließen neben einzelnen monumentalen Bauten und den größenwahnsinnigen „Germania“-Plänen die größte zusammenhängende Trümmerwüste Europas.
| Olympiastadion Tipp: Glockenturm |
ehem. Flughafen Tempelhof |
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NS-Zwangsarbeiterlager Schöneweide |
Hauptstadt der DDR
Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg vollzog sich aufgrund der politischen Teilung in konkurrierender Weise. Im Ostteil wurde der Aufbau eines neuen sozialistischen Stadtzentrums radikal vorangetrieben. Zur Eindämmung des permanenten Wohnungsmangels entstanden riesige Plattenbaugebiete, während die alten Gründerzeitviertel verfielen.
| Marx-Engels-Forum vor ehem. Palast der Republik |
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Karl-Marx-Allee (Friedrichshain) |
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Renovierter Plattenbau |
West-Berlin
Neben der IBA '57 im Hansaviertel sahen die Neubaupläne auch im Westen zunächst einen radikalen Eingriff in das bisherige Stadtgefüge vor (Abriss von Altbauten, Planung von Autobahnen). Gegen diese erneute „Stadtzerstörung“ formierte sich Widerstand in der Bevölkerung (z.B. Kreuzberg), bis sich in den 80er Jahren das Leitbild der „Stadtreparatur“ mit Erhalt und Fortentwicklung städtischer Strukturen (IBA '87) herausbildete.
| Le-Corbusier-Haus (IBA 1957) |
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"Raumschiff" ICC am Messegelände |
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Eckbebauung von Baller (IBA 1987 Kreuzberg) |
